(aus der Wochenendausgabe der Ostsee-Zeitung 27./28.12.)
Das Projekt „Mehrgenerationenhaus“ geht in Sassnitz in die zweite Runde. Der Antrag auf eine Förderung des Projektes wurde für weitere zwei Jahre bewilligt.
Sassnitz Jubelstimmung im Mehrgenerationenhaus: Familienministerin Ursula von der Leyen hat dem fünfköpfigen Team um den Projektentwickler Jörg Piecha (57) ein tolles Weihnachtsgeschenk beschert. Das Projektes „Mehrgenerationenhaus“ geht in Sassnitz in die zweite Runde. „Das Familienministerium hat den Antrag auf eine Fortsetzung der Förderung des Projektes für weitere zwei Jahre bewilligt“, bestätigt Jörg Piecha. Die bisherige Förderung wäre im Dezember ausgelaufen. „Damit wird unserem Projekt eine positive Entwicklung bescheinigt und unser Engagement gewürdigt“, so Piecha weiter.
Dieser Entscheidung lagen die Ergebnisse des Selbstmonitorings, der Wirkungsforschung und die Beurteilung durch die kommunalen Verwaltungen zu Grunde. Dafür musste Jörg Piecha im September neben dem Förderantrag auch ein sogenanntes Selbstmonitoring, eine Art Selbsteinschätzung, ausfüllen. „130 Seiten, die ich online ausgefüllt habe.“ Da sei er natürlich ehrlich gewesen, wollte er doch wissen, wo sein Projekt im Vergleich mit anderen Mehrgenerationenhäusern steht. Zwei dieser Häuser gibt es auf Rügen, 23 in MV und 500 in ganz Deutschland. „Das hat mich 14 Tage Arbeit gekostet“, so Piecha. Jetzt kann das Projekt weitergeführt werden. Über einen Zeitraum von zwei Jahren wird es nun weiterhin mit jährlich 40 000 Euro gefördert.
„Es ist erfreulicherweise zu verzeichnen, dass immer mehr Vertreter aus Wirtschaft und Politik auf dieses seit 24 Monaten laufende Projekt aufmerksam werden“, unterstreicht Piecha. Das Bundesministerium für Familie, Frauen, Jugend und Senioren unterstützt mit diesem Aktionsprogramm das bürgerschaftliche Engagement – das Ehrenamt.
Das Mehrgenerationenhaus im Sassnitzer Grundtvighaus lädt Bürger aller Generationen ein, die Gesellschaft aktiv mit zu gestalten. Dort sollen auf 1000 Quadratmetern Generationen zusammen finden. Im Haus gibt's ein Café, jede Menge Bücher, einen tollen Ausblick, ein Kino, Sprachkurse und vieles mehr.
„Das Haus füllt sich langsam mit Leben“, sagt Piecha. Das sei deutlich zu spüren. „ Schwedisch kann man dort bereits lernen. „Englisch soll ab 2009 dazu kommen“, so Piecha. Der Verein Lichtspiele Sassnitz zeigt jeden Freitag anspruchsvolle Filme. Fünf pensionierte Lehrer bieten immer dienstags um 15 Uhr ehrenamtlich eine kostenfreie Schülerhilfe an. Im Haus gibt’s PC-Kurse mit einer sehr geringen Teilnehmerzahl. Es war nicht immer einfach“, gesteht er, „doch es habe sich gelohnt, nicht loszulassen.“ Mit dieser Entscheidung des Familienministeriums hätten er und sein Team die Chance bekommen, all das weiterzuentwickeln. „Uns fehlt es nicht an Ideen“, so Piecha. Aber das brauche Zeit.
IVO HILGENFELDT